Fossilien­präparation

 

Sie möchten Ihre Fossilien fachgerecht konservieren oder restaurieren lassen?

Schicken Sie uns gerne Fotos verschiedener Ansichten mit den Maßen und beschreiben Sie uns soweit sichtbar den Zustand des Objektes und ihren Wunsch. Ich mache ihnen gerne ein Angebot.

Erkundigen sie sich über die nötige Konservierung ihres frischen Funds am besten sofort. Sobald es aus dem Medium entnommen wurde, das es Jahrtausende vor dem Zerfall bewahrt hat, kann er einsetzen. Ich berate Sie gerne.

Historische Objekte wurden in der Vergangenheit oft bereits verschiedenen Konservierungsmaßnahmen unterzogen, die, wie wir heute sehen, eher schädlich als nützlich waren. Wir analysieren den Zustand und restaurieren das Fossil. Dabei werden alte Konservierungsmittel soweit wie möglich entfernt und das Fossil stabilisiert.

Fossilienkonservierung

Nicht alle Funde müssen konserviert werden. Es gibt jedoch Erhaltungszustände, die eine langfristige Konservierung nötig macht.

Wir haben uns auf die Konservierung von Eiszeitfossilien spezialisiert.

Konservierung mit Polyethylenglykohl

Bei der Konservierung mit PEG wird über einen längeren Prozess das im Fossil enthaltene Wasser durch das wachsartige PEG ersetzt. Hierdurch können Schädigungen vermieden werden, die z.B. durch Schrumpfung bei der Trocknung entstehen.

Wichtig ist, um eine Vorschädigung durch Trocknung während der Bergung von feuchtem Material zu vermeiden, dass das Fundstück so schnell wie möglich geborgen und in einem Wasserbehälter gelagert wird. Wir beraten Sie gerne bei der Bergung von kritischem Material.

 

Größere Objekte und Funde

Wir bieten als einzige in der Privatwirtschaft diese Konservierungsmethode auch für größere Objekte und Funde an. Zudem haben wir langjährige Erfahrung in der Präparation und Konservierung mit anderen Methoden, so dass wir speziell auf Ihren Fund eingehen können. Wir arbeiten mit in der Restaurierung anerkannten Methoden und liefern selbstverständlich einen Präparationsplan mit abschließenden Präparationsbericht.

Möchten Sie Ihre Fragmente ergänzen oder adäquat ausstellen? Fragen Sie uns, wir helfen gern.

Für welche Fossilien ist diese Methode geeignet?

L
K

Stark wasserhaltige und demineralisierte Fossilien, vor allem subfossile Knochen und Zähne, deren organischer Anteil noch hoch ist. Durch die Trocknung oder Zersetzung der organischen Bestandteile, entstehen Spannungen, die auch noch nach Jahren zu Rissen und Zerfall des Fossils führen können. Dieses Material stellt eine große Herausforderung an die Konservierung und die spätere Lagerung.

Wie sind die Langzeiterfahrungen?

L
K

Tränkung mit PEG ist aus der Archäologie schon seit Jahrzehnten bekannt und wird dort vor allem bei Hölzern eingesetzt. In der Fossilienpräparation macht man seit 50 Jahren sehr gute Erfahrungen, vor allem bei Zähnen. Im Vergleich mit anderen Methoden, z.B. dem Tränken mit Kunststoffen oder Lacken hat sich PEG als das zuverlässigere Material erwiesen. Außerdem ist während der Konservierung keine Entwässerung des Fossils nötig.
PEG ist wieder löslich und kann nach Jahren, falls eine Nachbehandlung notwendig werden sollte, ohne weiteres weiter durchtränkt werden. Ein Vorteil gegenüber Kunststoffen (z. B. Epoxyd- oder Polyesterharz), die nicht mehr lösbar sind.

Können die Fundstücke danach noch wissenschaftlich bearbeitet werden?

L
K

Die Fundstücke sind nach der Konservierung grundsätzlich in einem Zustand, der eine wissenschaftliche Bearbeitung erlaubt. Mir ist keine aktuelle Untersuchungsmethode bekannt, die durch eine Konservierung mit PEG unmöglich wäre. PEG besteht aus Kohlenstoffketten, die sich jedoch wieder aus dem Fund lösen lassen, so dass Proben z.B. auch zur Alterbestimmungen mit der 14C -Analyse aufbereitet werden können. Ich empfehle jedoch vor der Konservierung Proben zu entnehmen.

Wie lange dauert die Konservierung?

L
K

In der Regel dauert die Konservierung, abhängig von der Grösse des Fundes, etwa ein bis zwei Jahre.

Wie ist der Zustand nach der Konservierung?

L
K

Das Fossil ist gefestigt und hat einen matten, leicht wachsartigen Glanz. Die Färbung ist naturgetreu. Durch die höhere Dichte des PEG im Vergleich zu Wasser hat das Fossil an Gewicht leicht zugenommen. PEG ist im erkaltetem Zustand weißlich transparent, was z.B. an gefüllten Rissen und Spongiosa sichtbar bleibt.

Auf was sollte bei Lagerung und Ausstellung geachtet werden?

L
K

Zur Ausstellung und Lagerung sollte darauf geachtet werden, dass das Fossil nicht durch Beleuchtung oder Sonneneinstrahlung über 50°C erwärmt wird. Hierdurch treten dunklere Stellen auf der Fossiloberfläche auf, weil das PEG schmilzt. PEG ist wasserlöslich, reinigen Sie deshalb Ihr Fossil, falls nötig möglichst trocken. Grundsätzlich wird eine Lagerung bei 15°C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 60% empfohlen. Falls dies nicht gewährleistet werden kann, sollten mindestens starken Klimaschwankungen in der Sammlung vermieden werden.

Vom Fund zum imposanten Ausstellungsstück: Konservierung, Präparation und Rekonstruktion eines Mammuthus primigenius Schädels mit Stoßzähnen

 

Die Aufgabe der PalaeoWerkstatt war es, die beiden Funde des fossilen Stoßzahn- und  Schädelfragment zu präparieren, konservieren und zu ergänzen.

Im einzelnen wurden folgende Arbeiten durchgeführt: Der Schädel wurde gereinigt und verfestigt. Fehlende Schädelfragmente (weiß) wurden in Vergleich mit anderen Schädeln rekonstruiert und anschließend reversibel mit Kunststoff am Originalschädel fixiert.

Die Stoßzähne wurden, um Gewicht zu reduzieren, aus glasfaserverstärktem Kunststoff hergestellt und in den Originalschädel eingesetzt. Dazu wurde der Originalstoßzahn um die fehlende Spitze vorübergehend ergänzt und der fehlende rechte Stoßzahn rekonstruiert.

Er kann nun im Heimatmuseum Hünxe bewundert werden.

 

 

Fossilienrestaurierung

Klimatische  Veränderung der Lagerung, sich zersetztende Konservierungsmittel, in der Vergangenheit falsch angewendete Konservierungsmethoden, sich zersetzende Bestandteile des Objektes – es gibt viele Gründe weshalb eine Restaurierung nötig wird. Ich schaue mir gerne den entdeckten Schaden an.

Wann sollten Sie handeln?

Haben Sie den Eindruck, dass sich Ihr Original optisch verändert oder plötzlich auffallend riecht? Besser ist es nicht auf einen deutlichen Schaden zu warten und z.B. deutlich identifizierbare Lacke wie Schellack und Nitrozellulose-Lacke vorher vom Original zu lösen.

Ich restauriere betroffene Fossilien, d.h. konkret: ich stoppe den aktuellen Zerfallsprozess und sorgen für eine Stabilisierung des Ist-Zustands. Gerne beraten ich sie über verbesserte Lager- und Ausstellungsbedingungen.

 

Wodurch entstehen Schäden an bereits behandelten Fossilien?

L
K

Häufig habe ich mit alternden Lacken zu tun, die sich mit den Jahren zersetzen und mit ihren Zersetzungsprodukten das Original schädigen. Heute weiß man, dass Schellack, Nitrozellulose-Lacke (wie z.B. Zaponlack) oder Holzleim nichts an Fossilien zu suchen haben und diese nachhaltig schädigen. Die Lacke wandeln sich teilweise chemisch um, werden unlösbar, brüchig, setzen die Oberfläche unter Spannung, die dadurch reißen und abplatzen kann. Klebestellen werden instabil und brechen. Oft wurden verschiedene Materialien gemeinsam eingesetzt oder übereinander aufgetragen, so dass die Oberflächen der Originale nicht mehr erkennbar sind.

Die Wechselwirkungen der einzelnen Komponenten untereinander ist eine Herausforderung. Unkontrollierte klimatische Bedingungen, schlechte Halterungen, häufige Erschütterungen können Fossilien schädigen.

Feind Pyritzerfall. Was ist das?

L
K

Fossilien, die teilweise oder vollständig aus Markasit und Pyrit bestehen benötigen besondere Sorgfalt bei der Präparation und Lagerung. Durch den Kontakt mit Feuchtigkeit und Sauerstoff kann ein Zerfallsprozess einsetzen, der nicht sofort gut sichtbar ist, jedoch durch die entstehenden Oxydationsprodukte Fossilien in kurzer Zeit zerstören können.

Der Zerfall sulfidisierter Fossilien, vor allem in toniger, bituminöser oder kalkiger Matrix, ist ein allgemeines Problem in paläontologischen Sammlungen.

Worin liegt die Problematik bei Pyritzerfall?

L
K

Auszug aus der Zeitschrift „Der Präparator“

Barlage M., Lobbe R.: „Konservierung sulfidisierter Fossilien – zwei
Methoden im Vergleich“, Der Präparator (52), S.84, Bremen 2006.

 

„Pyrit ist chemisch stabil. Im pyritisierten Fossil ist i. d. R. auch der chemisch instabile Markasit vorhanden. Chemisch sind beide Mineralien identisch. Der Unterschied liegt in ihrer Kristallstruktur.
Bei dem Zerfall von Markasit entstehen schweflige Säure und verschiedene Sulfate. Eisensulfat kann bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 60 % zu Melanterit, dem siebenfachen Hydrat des Eisensulfats reagieren und somit eine Volumenexpansion von über 250 % erzielen!

 

Schweflige Säure ist hygroskopisch und wird auch durch Luftfeuchtigkeit hydrolysiert. Insbesondere bei der fast immer gegebenen Anwesenheit von Tonmineralien bilden sich neben den Eisensulfaten auch Aluminiumsulfate,
die auch hygroskopisch sind und durch Aufnahme von Luftfeuchtigkeit weiter reagieren.

 

 

 

Es setzt eine autokatalytische Reaktion ein, die nicht nur den verbliebenen Markasit, sondern auch den chemisch stabilen Pyrit angreift. Bei einigen besonders anfälligen Fossilien reicht hierfür schon eine relative Luftfeuchtigkeit von 30 % aus. Zum Vergleich sei darauf verwiesen, dass eine übliche relative Raum- Luftfeuchtigkeit zwischen 40 % bis 50 % liegt. Bei calcitischen Fossilien reagiert die schweflige Säure nicht nur mit dem Pyrit, sondern auch mit dem Calcit und bildet Gips. Damit können an einer Sprengung des Fossils nicht nur die Aluminium- und Eisensulfate, sondern auch der großvolumige Gips beteiligt sein.“

Was kann ich sofort tun, um weiteren Schaden durch Pyritzerfall zu verhindern?

L
K

Wenn sie den Verdacht haben, dass Pyrit an Ihrem Objekt zerfällt und Originalmaterial zerstört wird, sollten Sie das Objekt, wenn möglich vor Feuchtigkeit oder Sauerstoff schützen. Am Einfachsten ist es, indem sie das Objekt in eine luftdicht verschliessbare Tüte oder Behälter packen und ggf. Trockenmittel wie Silikagel zufügen. Entziehen sie der Umgebung so viel Feuchtigkeit wie möglich. Melden sie sich dann bei mir für die weiteren Massnahmen.

Norddeutschlands einziger Dinosaurier Emausaurus ernsti aus der Tongrube bei Grimmen zeigte deutliche Schäden durch Pyritzerfall.

 

Meine Aufgabe war es die Oxidation zu stoppen, die Knochen zu festigen und eine zukünftige klimakontrollierte Lagerung zu planen, die ein regelmässiges, einfaches Monitoring zulässt.

Die stabilen Knochen wurden mit Reduktionsmittel behandelt und empfindlichere Skelettteile wurden mit Ammoniak begast. Abschliessend werden die Knochen einzeln klimatisiert gelagert.