Antworten auf Ihre Fragen
Frequently Asked Questions
Hier finden Sie Interessantes und Wissenwertes zu Fragen, die in der Henssen PalaeoWerkstatt schon häufig gestellt worden sind. Doch natürlich bin ich auch persönlich für sie da.
Handeln Sie mit Fossilien?
Nein, wir handeln nicht mit Fossilien. Jedoch können wir gerne Ihre erstandenen Fossilien präparieren und konservieren.
Ich habe ein Fossil gefunden, was nun?
Tipp: Richtiges Verhalten beim Fund eines Fossils
Die Bodendenkmalschutzgesetze sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Wenn sie Fossilien finden, sollten sie sich vor dem Bergen zunächst über die örtlich geltenden Bestimmungen informieren. Sie richten sich nach dem Fundort. Melden Sie den Fund der Unteren Denkmalbehörde in der Fundgemeindeverwaltung oder dem Bauaufsichtsamt. Leider wissen die zuständigen Ämter nicht immer über die Funde Bescheid, weshalb es ratsam ist sich an ein größeres Museum mit geologischer Abteilung des Fundbundeslandes zu wenden oder dem zuständigen Landesamt.
Der ihnen dann genannte Fachmann kann entscheiden, ob der Fund von öffentlichem Interesse ist oder nicht. Er kann ggf. die nötigen Funddaten festhalten, die zur wissenschaftlichen Beschreibung eines Objektes gehören und die z.B. für die Alterbestimmung des Fundes wichtig sein können. Diese Daten erhöhen den Wert eines Fundes. Zudem sollte er sie über das weitere Vorgehen informieren können.
Die Ämter sind meistens sehr beschäftigt, so daß es oft lange dauert bis man eine Rückmeldung bekommt. Machen Sie die Fundanzeige schriftlich evtl. mit Foto, damit Sie einen Nachweis haben. Haben Sie Geduld und graben Sie nicht wo es nicht erlaubt ist. In den meisten Fällen läßt sich eine gute Einigung finden.
Wenn sie das Fossil bereits geborgen haben, weil sie die Gesetzeslage nicht kannten oder nicht warten konnten, holen Sie auf jeden Fall die Fundmeldung nach mit möglichst genauer Angabe des Fundorts. Eine späte Meldung ist im Zweifelsfall besser als keine Meldung.
Für die Behandlung eines Fossils nach der Bergung läßt sich pauschal kein guter Rat geben. Im Allgemeinen gilt: Warten Sie nicht lange mit der Präparation, denn sobald das Fossil seiner Umgebung entnommen wurde, das es Jahrtausende konservierte, kann ein Zerfall einsetzen. Lassen Sie das Fossil möglichst in dem Zustand wie es ist, d.h. keine Reinigung, nicht wässern, nicht trocknen. Packen Sie es gestützt, luftdicht ein und lagern sie es kühl und dunkel. Holen Sie sich Rat bei einem Fachmann. Ich berate sie gern.
Ich will ein Fossil kaufen. Auf was sollte ich achten?
Stellen Sie Fragen und vertrauen Sie Ihrem gesunden Menschverstand. Schauen sie sich das Fossil persönlich unter der Lupe an. Fossilien sind keine Katalog-Ware. Sie werden nicht seltener oder wertvoller durch windige Geschichten um Fundumstände und Seltenheit.
Grundsätzlich gilt, wenn es nicht nur schön aussehen muss, sondern auch einen wissenschaftlichen Wert haben soll, dass Ihnen zum Fossil der genaue Fundort, Alter und Finder bekannt sein sollte. Lassen Sie sich nicht auf Zertifikate ein, die sehen meist nur seriös aus und haben keine rechtliche Relevanz. Bereits präparierte Fossilien sollten mit Präparationsbericht geliefert werden, in dem die Präparationsmassnahmen und die verwendeten Materialien genannt werden. Sollte später eine Restaurierung notwendig werden, sind diese Informationen bares Geld wert.
Sprechen Sie mit dem Händler. Ein seriöser Händler wird Ihnen folgende Fragen bereitwillig beantworten.
Woher stammt das Stück; Fundort, Alter und Finder?
Ist es ein Original oder ein Abguss, gibt es Ergänzungen?
Wenn es präpariert ist, ist es möglich einen Präparationsbericht zu bekommen mit ausgeführten Massnahmen und verwendeten Materialien.
Ergänzungen sollten immer auf den zweiten Blick gut erkennbar sein. Leider werden auch fantastische Fälschungen als Original teuer verkauft. Fossilien werden nicht koloriert und hochglanz lackiert. In der Regel gilt; bevorzugen Sie weitgehend unpräparierte Fossilien und lassen Sie es vom Präparator ihres Vertrauens bearbeiten. Es kommt leider sehr häufig vor, das Fossilien schnell für den Verkauf „kaputt präpariert“ werden, weil sich dann der dreifache Preis erzielen lässt.
Wie ist die Gesetzeslage?
Wir arbeiten nach den geltenden Gesetzen und informieren Sie gern unverbindlich bei speziellen Anliegen. Falls Sie sich selbst informieren möchten schauen Sie bitte bei den zuständigen Behörden. Die Regelungen können in Deutschland von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sein.
* Zuständige Landesämter für Bodendenkmalpflege
* Artenschutz in Deutschland
Bieten Sie zoologische Präparationen an?
Ich biete keine Dermoplastiken oder andere Tierpräparate an. Allerdings arbeite ich mit biologischen Präparatoren zusammen und empfehle ihnen gerne einen Kollegen. Sie können jedoch auch gerne auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Präparationstechnik e.V. einen Präparator in Ihrer Nähe suchen.
Stellen Sie auch Abgüsse her?
Ja, wir haben große Erfahrung auch von sehr empfindlichen Fossilien schonend Abgußformen herzustellen und aus verschiedenen Positivmaterialien täuschend echte Abgüsse zu fertigen.
Je nach späterer Bestimmung stellen wir Positive aus Beton, Gips, verschiedenen zum Teil glasfaserverstärkten Kunststoffen, z.B. Epoxidharz, Polyesterharz, Polyurethan her, die dann in Handarbeit entsprechend dem Original koloriert werden. Die Abgüsse sind sowohl für Ausstellungszwecke als auch für die wissenschaftliche Bearbeitung geeignet.
Kann man Modelle bei Ihnen auch ausleihen?
Nein, die meisten Modelle sind Sonderanfertigungen, die ich speziell auf Kundenwunsch herstelle und deshalb nicht an Lager habe.
Woraus sind die Modelle hergestellt?
Die Materialien zur Herstellung der Modelle wird auf den gewünschten Verwendungszweck abgestimmt. In der Regel bestehen die Modelle jedoch vollständig aus Kunststoff. Grosse Modelle werden mit Glasfasern verstärkt, so können wir hohe Stabilität bei möglichst geringem Gewicht erreichen.
Woher weiß man wie die ausgestorbenen Tiere aussahen?
Genau weiß man es leider nicht. Anhand von Skelettfunden bemüht sich die Wissenschaft den Habitus der Tiere zu rekonstruieren. Skelettfunde sind jedoch selten ganz vollständig und an ihnen lassen sich nicht alle Merkmale eines Tieres erkennen.
Ein Beispiel dafür wäre z.B. der Igel. Nehmen wir einmal an, wir kennen keinen Igel und finden ein Igelskelett. Die Knochen wären wunderbar erhalten, jedoch alles andere fehlt, wie z.B. Haut und Stacheln. Wir untersuchen das Skelett und vergleichen es mit anderen uns bekannten Tieren. So finden wir heraus das es sich um ein Säugetier handelt, das auf vier Beinen gelaufen ist und ein Gebiss wie ein Insektenfresser hat. Um sich ein besseres Bild machen zu können soll jetzt ein Modell gebaut werden, wie das Tier vielleicht zu Lebzeiten ausgesehen haben könnte.
Das Skelett wird montiert, Muskel und Sehnen nachempfunden. Die meisten Säugetiere haben Haut und Haare, unser Igeltier könnte das auch haben, denn wir haben keinen Beweis das es anders ist.
Wie sähe unser rekonstruierter Igel wohl aus ohne Stacheln?
Wie wird man PräparatorIn
Die Berufsbezeichnung „Präparator“ wurde 1956 aus der Handwerksrolle ersatzlos gestrichen und ist deshalb leider rechtlich nicht geschützt.
Natürlich arbeiten dennoch viele Menschen professionell im Berufsbild des ehemaligen Präparators in den Fachbereichen Medizin, Biologie und Geowissenschaften an Museen, Instituten und der freien Wirtschaft. Die einzige gesetzlich anerkannte Bezeichnung ist die des „Staatlich anerkannten Präparationstechnischen AssistentIn“ im jeweiligen Fachbereich.
Wir legen grossen Wert auf eine gute Ausbildung, bilden jedoch selbst nicht aus.
Weitere Informationen zu Ausbildungsmöglichkeiten und dem Berufsprofil finden sie hier.